Hund und Katze lieben Teppiche – und das nicht ohne Grund: Sie geben Halt auf glatten Böden, sind warm und laden zum Ausruhen ein. Für den Teppich selbst bedeutet das allerdings eine deutlich höhere Beanspruchung durch Krallen, Haare und den einen oder anderen Zwischenfall. Wir von der Simssee Handweberei in Stephanskirchen zeigen Ihnen, welche Qualitäten mit tierischen Mitbewohnern gut zurechtkommen, wie Sie Haare zuverlässig aus dem Gewebe bekommen und mit welchen kleinen Kniffen in der Pflege der Alltag mit Haustieren entspannt bleibt.
Was Hund und Katze einem Teppich abverlangen
Tiere nutzen einen Teppich anders als wir. Ein Hund dreht sich vor dem Hinlegen, scharrt mit den Pfoten und bremst beim Losrennen mit den Krallen ab – alles Bewegungen, die punktuell erheblich auf das Gewebe wirken. Katzen wiederum suchen sich gern eine feste Stelle zum Krallenwetzen, und diese liegt nicht immer am dafür vorgesehenen Kratzbaum.
Hinzu kommt die schlichte Menge an Material, die täglich ins Gewebe wandert: Haare, feiner Straßenschmutz von draußen und bei Freigängern auch mal Erde oder Sand. Ein Teppich, der mit Vierbeinern zusammenlebt, muss also gleich mehrere Dinge können. Er sollte mechanisch belastbar und robust sein, sich gründlich reinigen lassen und im Ernstfall auch eine intensivere Behandlung vertragen.
Krallen, Ziehen und Kratzen: die richtige Webart
Entscheidend für die Belastbarkeit sind weniger die Materialien selbst als die Struktur der Oberfläche. Bei Teppichen mit hohem, lockerem Flor oder gar Schlingen haben Krallen leichtes Spiel: Sie fahren zwischen die Fasern, ziehen einzelne Schlaufen heraus, und schon entstehen Laufmaschen im Gewebe. Solche Schäden breiten sich mit jeder weiteren Belastung weiter aus.
Deutlich besser fahren Sie mit einer geschlossenen, flach gewebten und strapazierfähigen Oberfläche, in der die Krallen schlicht keinen Angriffspunkt finden. Besonders bewährt haben sich unsere gefilzten Qualitäten: Beim Filzen verhaken sich die Wollfasern vor dem Weben untrennbar miteinander, sodass eine kompakte, praktisch flusenfreie Fläche entsteht. Genau diese Dichte macht sie robust und pflegeleicht – und damit zur ersten Wahl, wenn Hund oder Katze mit im Haushalt leben.
Tipp: Je geschlossener die Oberfläche, desto weniger Angriffsfläche bieten Krallen und Pfoten.
Tierhaare wieder aus dem Gewebe bekommen
Tierhaare sind das Thema, an dem sich im Alltag die meisten Nerven reiben. Sie verhaken sich in der Faser und lassen sich mit dem Staubsauger allein oft nicht vollständig lösen, weil ihnen die glatte Bodendüse zu wenig entgegensetzt. Statt nun zu einer rotierenden Bürste zu greifen, die die Wolloberfläche aufraut, hilft eine ganz einfache Vorarbeit weiter.
Ziehen Sie einen leicht angefeuchteten Gummihandschuh oder eine Gummibürste in einer Richtung über den Teppich. Die Haare sammeln sich dabei zu kleinen Wülsten, die Sie anschließend bequem aufnehmen oder absaugen können. Ein Fensterabzieher aus Gummi funktioniert nach demselben Prinzip. Für die pflegeleichte Zwischenreinigung leistet auch eine simple Fusselrolle gute Dienste, gerade auf den bevorzugten Liegeplätzen Ihres Tieres.
Die passende Farbe und Struktur wählen
Wie sichtbar Haare und Spuren sind, entscheidet sich schon beim Kauf über Farbe und Struktur. Ein einfarbiger, dunkler Teppich zeigt jedes helle Haar, ein cremefarbener jedes dunkle – beides führt zu unnötigem Frust. Damit Sie eine Qualität finden, die im Haushalt mit Haustieren wirklich funktioniert, haben wir die wichtigsten Auswahlkriterien für Sie zusammengefasst:
- Melierte oder mehrfarbige Garne: Sie kaschieren einzelne Haare und leichte Verschmutzungen wesentlich besser als Unifarben
- Ein Farbton nah am Fell: Wer die Fellfarbe seines Tieres aufgreift, sieht Haare kaum noch
- Flache, gefilzte Webarten: Sie halten Krallen stand und lassen sich zugleich leichter absaugen
- Robuste Naturfasern: Schurwolle ist elastisch, strapazierfähig und von Natur aus schmutzabweisend
- Handliche Formate für Liegeplätze: Kleinere Stücke lassen sich bei Bedarf einzeln waschen oder austauschen
Ein cleverer Kniff besteht darin, den Lieblingsplatz Ihres Tieres bewusst mit einem separaten, kleineren Teppich auszustatten. Diesen können Sie bei Bedarf unkompliziert reinigen, während der große Teppich unberührt bleibt. Da wir jedes Stück nach Maß fertigen, lassen sich Größe, Struktur und Farbton passgenau auf Ihre Situation abstimmen.
Gerüche vermeiden statt nur überdecken
Bei Gerüchen gilt der Grundsatz, an der Ursache anzusetzen statt am Symptom. Duftsprays und Teppichdeos legen sich lediglich als Film über die Fasern und verändern dabei den natürlichen Griff der Wolle. Wirksamer ist es, den Teppich regelmäßig gründlich zu lüften – am besten im Freien, wo Wind und frische Luft ihre Arbeit tun.
Wolle spielt Ihnen dabei ohnehin in die Karten, denn sie nimmt Gerüche zwar auf, gibt sie beim Lüften aber ebenso wieder ab. Bei einem konkreten Malheur zählt hingegen die Schnelligkeit: Je zügiger Sie die Stelle behandeln und anschließend vollständig durchtrocknen lassen, desto weniger bleibt zurück. Restfeuchtigkeit im Gewebe ist die häufigste Ursache dafür, dass sich ein Geruch überhaupt erst festsetzt.
Warum Naturfasern auch für das Tier von Vorteil sind
Ein Aspekt gerät in der Diskussion oft in den Hintergrund: Auch Ihr Tier liegt auf dem Teppich, und zwar meist deutlich länger und näher als Sie selbst. Umso mehr lohnt sich ein Blick darauf, welche Materialien tatsächlich verarbeitet wurden. Industrieware aus Polyester oder Polypropylen wird häufig mit chemischem Mottenschutz wie Permethrin ausgerüstet – ein Stoff, der insbesondere für Katzen problematisch ist.
Wir verzichten aus gutem Grund vollständig auf solche Mittel, ebenso auf verklebte Rückenkaschierungen. Unsere Wolle wird ausschließlich in Deutschland und nach den Richtwerten des Ökotex Standard 100 gefärbt, also mit Farbstoffen, die für den direkten Hautkontakt entwickelt wurden. Wer täglich stundenlang auf einem Teppich liegt, sollte genau wissen dürfen, worauf er sich bettet.
Tipp: Achten Sie bei Katzen im Haushalt darauf, dass der Teppich keinen chemischen Mottenschutz enthält.
Praktische Regeln für den Alltag mit Vierbeinern
Im Alltag entscheidet weniger die einzelne Grundreinigung als die kleine Routine in der Pflege. Kurz geschnittene Krallen reduzieren die Belastung des Gewebes spürbar, und ein Handtuch an der Wohnungstür fängt nasse Pfoten ab, bevor sie den Teppich erreichen. Nach einem Regenspaziergang lohnt es sich, den Hund erst abzutrocknen und dann durchs Wohnzimmer laufen zu lassen.
Ebenso hilfreich ist es, dem Vierbeiner eine attraktive Alternative anzubieten – eine Decke auf dem Sofa oder ein eigener Liegeplatz lenkt viele Gewohnheiten um. Für Katzen sollte ein stabiler Kratzbaum in Reichweite stehen, damit der Teppich gar nicht erst in Versuchung führt. Und weil unsere Handwebteppiche beidseitig nutzbar sind, verteilt regelmäßiges Wenden die Beanspruchung gleichmäßig auf beide Seiten.
Entdecken Sie handgewebte Teppiche direkt aus Bayern!
Teppich und Haustier vertragen sich also gut, solange die Qualität zum Alltag passt: eine flache, gefilzte Webart hält Krallen stand, melierte Farben kaschieren Haare, und robuste Naturfasern ohne chemische Zusätze sind auch für das Tier die bessere Wahl. Mit ein wenig Routine in der Pflege bleibt der Teppich dabei über Jahre in Form. Die Simssee Handweberei berät Sie dazu gern persönlich: ein Familienbetrieb in Stephanskirchen am Simssee bei Rosenheim, in dem jeder Teppich von Hand und nach Maß entsteht – robust genug für vier Pfoten und schön genug fürs Wohnzimmer.









